Die Immenhof-Filme der 50er Jahre stehen für „heile Welt“, doch davon ist bei den organisierten Anhängern der in der Holsteinischen Schweiz gedrehten Streifen momentan nichts zu spüren. Zwischen Mario Würz, Eigentümer des Immenhof-Museums, und dem von ihm einst mitgegründeten Verein „Immenhof Festspiele Malente“ ist vielmehr ein juristischer Streit entbrannt, wer das verbriefte Recht hat, einen Film unter dem Markenzeichen „Immenhof“ zu drehen.
Seit geraumer Zeit ist Würz bestrebt, das von ihm verfasste Buch „Sommer auf Immenhof“, eine Fortsetzung der Ponyhof-Streifen, zu verfilmen. Im Mai 2012 soll Drehbeginn sein. Um das zu unterbinden, hätten sich die Immenhof-Festspiele beim Deutschen Patent- und Markenamt die Immenhof-Markenrechte für Verfilmungen gesichert, teilte Vereinsvorsitzender Jürgen Plötzner gestern mit. Diesen Schritt habe der siebenköpfige Vorstand im August 2011 einstimmig beschlossen.
Man befürchte, dass die Aktivitäten von Würz in Sachen Immenhof dem Verein schaden, begründete Plötzner das Vorgehen. Um Sponsoren zu gewinnen, habe Würz beispielsweise via Facebook den vermögenden Robert Geissen aus der RTL-Serie „Die Geissens“ angesprochen und darüber abstimmen lassen, ob Familie Geissen in seinem Film mitspielen solle. „So eine Aktion ist peinlich und kann sich auch negativ auf die Immenhof-Festspiele auswirken“, erklärte Plötzner.
Immer wieder werde sein Verein mit Vorbehalten gegen das Filmprojekt konfrontiert: „Diese Resonanzen sind einheitlich und besagen, dass man den Charme der Filme aus den 50er Jahren nicht und schon gar nicht in einer Laienproduktion erreichen kann“, sagte Plötzner. Wegen dieser Vorbehalte und wegen des geschilderten Aktionismus von Würz wolle man den geplanten Dreh wenn notwendig gerichtlich untersagen. Ein Rechtsanwalt werde Würz diese Entscheidung in den kommenden Tagen schriftlich mitteilen. Nur wenn ein professionelles Filmteam das Würz-Buch verfilmen wolle, werde der Verein dafür die Markenrechte freigeben. Ein laienhaft produzierter Film könne dagegen auch einen Imageschaden für die Festspiele bedeuten, befürchtet Plötzner.
Würz wies das Ansinnen der Festspiele gestern auf OHA-Nachfrage zurück. Der Verein könne den Dreh gar nicht verbieten, weil er, Würz, die Rechte an seinen Büchern habe. Er wolle sich zur Wehr setzen: „Ich werde Widerspruch einlegen, und dann wird das Patentamt entscheiden“, erklärte Würz. Er hoffe auf eine Entscheidung in seinem Sinne. Schließlich sei das „Markenrecht nicht dafür gemacht, anderen eins auszuwischen“, zürnte Würz.
Bislang hätten sein Förderverein Immenhof-Museum und die Immenhof-Festspiele friedlich nebeneinander existiert: „Die haben ihr Ding gemacht, und wir haben unser Ding gemacht“, beschrieb Würz das Verhältnis zu den Festspielen, die er vor einigen Jahren verlassen hatte. Er wäre nicht auf die Idee gekommen, dass sich die Festspiele Rechte für etwas sicherten, was sie gar nicht nutzen wollten. Zudem habe er nie versucht, Geissen als Sponsor zu gewinnen. Die Idee, die Geissens in einer Gastrolle auftreten zu lassen, sei nicht mehr als ein Gag gewesen, erklärte Würz.
Unterdessen hoffen die Festspiele, den Immenhof-Stoff 2012 endlich wieder auf eine Freilicht-Bühne bringen zu können. Die Absicht, in diesem Jahr an der Plöner Fegetasche zu spielen, war durch Auflagen der Behörden durchkreuzt worden. Jetzt hat der Verein den Reiterhof Hohelieth in Dörnick ins Auge gefasst. Plötzner zeigte sich optimistisch: Die Hamburgerin Dorit Vering, die bereits fast 100 000 Euro zinslos für die Festspiele zur Verfügung gestellt habe, habe nun 43 000 Euro gesponsert, um das Vorhaben umzusetzen. Dorit Vering, die in der Bankenbranche arbeite, habe verwandtschaftliche Wurzeln zum Immenhof, erläuterte Plötzner deren Engagement. Ihr Vater und ihr Großvater seien Gutsinspektoren auf dem Immenhof-Drehort Rothensande gewesen.